UVEITIS

Krankheitsbild: Die Uveitis ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung des Auges führt. Uveitis kann durch Infektionen oder Autoimmunprozesse verursacht werden und wird nach der anatomischen Lokation der Entzündung im Auge klassifiziert. Anteriore Uveitis betrifft den vorderen Augenabschnitt, intermediäre und posteriore Uveitis den mittleren und hinteren Augenabschnitt und Panuveitis das gesamte Auge. Es gibt substanzielle Hinweise darauf, dass die T-Lymphozyten, Schlüsselzellen des Immunsystems bei immunologischen Entzündungsprozessen, an der Entwicklung der Uveitis beteiligt sind.

Die Uveitis ist eine unzureichend diagnostizierte und unterschätzte Krankheit, die zu Augenschmerzen sowie zu Einschränkungen und Verlust des Sehvermögens führt. Sie betrifft vor allem jüngere Patienten – das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 39 Jahren – und ist in vielen Fällen eine chronische Erkrankung. Der generelle Verlauf der Uveitis ähnelt dem anderer Autoimmunerkrankungen. Bei einem Schub entzündet sich das Auge mit Symptomen wie Augenschmerzen, Rötung, Sehkraftverlust und es treten Zellen im Glaskörper auf. Ein solcher Schub kann durch entsprechende Therapie bekämpft werden. Ziel der Therapie ist die Reduktion der Häufigkeit und der Schwere der Schübe, da allgemein angenommen wird, dass eine aktive Entzündung zu einer Schädigung des Auges mit irreversiblem Sehkraftverlust führt. Experten schätzen, dass etwa 10% bis 22% aller neuen Fälle von Blindheit in den USA durch Uveitis verursacht werden. Alleine in den USA leiden etwa 350.000 Patienten an der Krankheit, von denen ca. 130.000 von den schwereren Formen der intermediären, posterioren und Panuveitis betroffen sind. Diese Formen sind typischerweise nicht mit topischen Kortikosteroiden behandelbar, sondern erfordern eine systemische Behandlung. Zur Behandlung der Uveitis sind gegenwärtig von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA nur Kortikosteroide („Kortison“) zugelassen. Deren dauerhafte Anwendung geht jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen einher, wie etwa Osteoporose (Knochenschwund), Bluthochdruck, Blutzuckeranstieg (Diabetes mellitus), Erhöhung des Cholesterinspiegels, Wundheilungsstörungen, Gewichtszunahme, sowie kosmetische und psychische Auffälligkeiten (z.B. Stimmungsschwankungen) und im Auge mit der Entwicklung eines grauen (Katarakt) oder grünen Stars (Glaukom). Die SUN (Standardization of Uveitis Nomenclature) Arbeitsgruppe, eine Gruppe internationaler Uveitisexperten, empfiehlt daher eine Reduktion der systemischen Steroid-Gabe auf maximal 10mg Prednison-Äquivalent. Allerdings wurde in einer neueren Publikation gezeigt, dass dieses Ziel in der täglichen Praxis schwer zu erreichen ist: Die mittlere Kortisondosis zur Entzündungskontrolle bei ca. 600 Uveitis-Patienten lag bei 25 mg, einer Dosis bei der  im Allgemeinen erhebliche Nebenwirkungen auftreten.

Lux Biosciences entwickelt LUVENIQ®, die orale Form eines Immunsuppresivums gegen die Sehkraft-bedrohende, nicht-infektiöse Uveitis. Das klinische Phase 3 Entwicklungsprogramm LUMINATE (LUVENIQ Uveitis Multicenter Investigation of a New Approach to TrEatment) in dem weltweit 558 Patienten behandelt wurden, ist abgeschlossen. Bei einer Zulassung des Produkts in Nordamerika und Europa wäre LUVENIQ® das erste zugelassene Steroid-sparende Medikament für die Behandlung nicht-infektiöser Uveitis.

Der Pharma-Markt – Chancen/Möglichkeiten: Es existiert ein großer Bedarf an sicheren, wirksamen und zugelassenen Medikamenten zur Behandlung der Uveitis. In Europa und Nord-Amerika sind schätzungsweise 250.000 Patienten von nicht-infektiöser (autoimmuner) Uveitis des mittleren und hinteren Augenabschnittes betroffen. Diese Patienten sind die Zielgruppe von LUVENIQ®. Da die Uveitis vor allem jüngere Patienten betrifft, sind die sozioökonomischen Auswirkungen der Krankheit größer als die der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) oder als die des diabetischen Makulaödems (DME). Außerdem könnte ein neues Medikament das Potential haben, den Verlauf der Erkrankung zu verändern, z.B. mit einer erheblichen Verzögerung des Sehkraftverlustes ähnlich wie bei den neueren Arzneimitteln zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Der Mangel an Therapieoptionen für Uveitis ist vergleichbar mit der Situation bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis in den frühen 1990er Jahren vor der Einführung neuer antirheumatischer Medikamente. Beide Erkrankungen - Uveitis und rheumatoide Arthritis – weisen noch weitere Parallelen auf:

  • beide bewirken eine chronische Entzündung des betroffenen Organs/Gewebes und führen zu schweren degenerativen Veränderungen, falls sie nicht wirksam therapiert werden.

  • beide sind Autoimmunerkrankungen and können oft mit anderen Autoimmunerkrankungen wie z.B. der juvenilen rheumatoiden Arthritis oder der Psoriasis assoziiert sein.

  • beide sprechen im Prinzip ähnlich auf Therapien an, welche auf aktivierte immunkompetente Zellen (Th1 und Th17) gerichtet sind und

  • beide sind relativ seltene Erkrankungen mit einer von Häufigkeit von unter 1% der Bevölkerung

Der weltweite rheumatoide Arthritis-Markt expandierte durch neue und wirksame und sichere Medikamente von etwa 100 Millionen US$ (1990) auf heute über 10 Milliarden US$. Der Uveitis-Markt hat ein ähnliches Wachstumspotential. Die Zulassung eines Arzneimittels für Uveitis würde einen neuen Behandlungsstandard für diese Sehkraft-bedrohende Erkrankung etablieren.

 

 

 

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