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ABSTOSSUNG NACH HORNHAUTTRANSPLANTATION

Krankheitsbild: In den USA werden jährlich ca. 32.000 und in Europa etwa 22.000 Hornhäute (Korneas) transplantiert. Es wird geschätzt, dass in den USA und Europa ungefähr 350.000 Patienten (Prävalenz) ein Korneatransplantat haben. Obwohl die Hornhaut normalerweise keine Blutgefäße enthält und dadurch die Hornhaut dem Immunsystem weniger exponiert ist, besteht bei bis zu einem Drittel der Patienten ein erhöhtes Risiko für eine immunologisch bedingte Abstoßungsreaktion, was letztlich zu einem totalen Transplantatversagen/-verlust führen kann.

Zu den häufigsten Diagnosen, die der Transplantation einer Spenderhornhaut zugrunde liegen, gehören bullöse pseudophake Keratopathie, Fuchs'sche Hornhautdystrophie, Keratokonus, Hornhautvernarbungen und aphakie-bedingte bullöse Keratopathie. Neuere Langzeitstudien zeigen eine 10-Jahres-Überlebensrate des Hornhaut-Transplantats von 59% bis 80%. Demgegenüber wird aber in der Literatur bei den sogenannten „Hoch-Risiko“-Keratoplastiken eine 10-Jahres Überlebensrate von nur 40% berichtet, welche weit unter Rate bei Nierentransplantation liegt (70%).

Zudem ist die kumulative Transplantatversagens-Rate durch Endothelzellverlust und Eintrübung der Spender-Hornhaut trotz einer relativ hohen Überlebensrate des Transplantats erheblich.

Zu den hauptsächlichen Ursachen des Versagens eines Transplantats nach Ersttransplantation zählen immunologische Abstoßungsreaktionen (27,9%), nicht-immunologisch bedingte endotheliale Abstoßungen (30,1%) und Erkrankungen der Augenoberfläche (18,0%). Man nimmt an, dass bei bestimmten Patienten „sub-klinische Abstoßungen auftreten. Zusätzlich zum Risiko des Transplantatverlustes führt jede Abstoßungsreaktion auch zu irreversiblem Zelltod in der Hornhaut, was zu Hornhauteintrübung und Verlust des Sehvermögens führen kann. Daher ist es zwingend notwendig, Abstoßungsreaktionen zu verhindern, da sie – selbst in milder Ausprägung – ein Hauptrisikofaktor für schwerwiegende Abstoßungsepisoden und Transplantatversagen sind.

Die postoperative Behandlung von Korneatransplantat-Patienten mit erhöhtem Risiko variiert. In den USA werden Hornhauttransplantationen üblicherweise ambulant durchgeführt, weshalb meist topische Kortikosteroide verwendet werden während die systemischen Steroide oder immunsuppressive Medikamente nur begrenzt eingesetzt werden. Letztere werden demgegenüber von den behandelnden Ärzten in Europa bei Patienten mit erhöhtem Abstoßungsrisiko häufiger verordnet. In Fällen schwerer Abstoßungsreaktionen werden Kortikosteroide auch intravenös verabreicht.

Lux Biosciences hat LX201 vom National Eye Institute (National Institutes of Health, USA) einlizensiert und führt derzeit das klinische Phase-III-Programm LUCIDA durch (LUx Corneal Transplant Implant Development and Advancement of Therapy). Die erste Studie, die in den USA und Deutschland durchgeführt wird, hat den Patienteneinschluss abgeschlossen, in eine zweite in Indien werden noch Patienten aufgenommen (Stand Ende 2008).

Marktchancen: Auch wenn dies noch nicht ausreichend im Blickpunkt steht, ist die Prävention von Abstoßungsreaktionen nach Hornhaut-Transplantation ein „Muss“. Während keine zugelassene Medikation verfügbar ist, werden in der klinischen Praxis meist topische Kortikosteroide verwendet, im Anschluss and die Transplantation bis zu 10-mal pro Tag, später erfolgt eine langsame Dosisreduktion. Experimentell werden auch topische oder systemische Immunsuppressiva verwendet.

Die Zahl der pro Jahr transplantierten Hornhäute entspricht ungefähr der Gesamtzahl aller Organ-Transplantationen. Ungefähr ein Drittel aller Hornhaut-Transplantationen werden bei Hoch-Risiko-Fällen durchgeführt, 20.000 in den USA und Europa. Zudem wird geschätzt, dass über 100.000 Hoch-Risiko-Patienten zuvor bereits  eine Spenderhornhaut erhalten haben. Die große medizinische Notwendigkeit sowie der erwartete chronische Verlauf der Erkrankung wird wahrscheinlich eine bedeutsame Marktchance eröffnen. Ein wirksames und sicheres Produkt, welches zudem durch eine langfristige Abgabe eines immunsuppressiven Wirkstoffs unabhängig von Patienten-Compliance ist, würde den medizinischen Notwendigkeiten optimal entsprechen.

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